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Die Gestaltung von Nähe und Distanz ist grundlegender Bestandteil von zwischenmenschlichem Kontakt (mit dem Klientel sowie mit den KollegInnen). Nähe und Distanz wird meist sehr unterschiedlich verstanden und gelebt. Die einen bestehen auf Nähe, denn sozialpädagogisches Handeln sei durch die Qualität der Beziehungsarbeit bestimmt. Einlassen und Aufbau von Vertrauen sind unumgänglich. Die Anderen hingegen, sehen die professionelle Fähigkeit zu Distanz als das eigentliche Charakteristikum sozialpädagogischen Handelns. Dabei geht es nicht um Nähe und Distanz an sich oder wer von beiden Positionen „richtig liegt“, sondern um ein jeweils als richtig empfundenes Maß von Nähe und Distanz.

Was Nähe und Distanz bedeutet

Nähe, wie auch Distanz sind grundlegende Begriffe in der Kommunikation und der Pflege. Wer das Leid anderer sieht, kann davon sehr ergriffen sein, ist aber in den meisten Fällen zumindest davon beeinflusst und betroffen. Ältere KollegInnen, sowie Sozialwissenschaftler raten deshalb, bei soviel Nähe immer wieder zu einem professionellem Maß an innerer Distanz. Beide Begriffe ergänzen einander.

In unserem Bericht „Nähe und Distanz – Tipps in der Pflege” geben wir vor allem in der Pflege tätigen Menschen einen umfassenden Einblick, wie Sie Ihre Arbeit für den Klienten und sich respektvoll und angenehm gestalten. Sollten sie in die Lage geraten oder sich löblicherweise für einen pflegerischen Beruf entscheiden, enthält folgender Text hilfreiche Informationen und Tipps zum Umgang und dem optimalen Beziehungsaufbau mit zu pflegenden Menschen.

Die Balance zwischen Nähe und Distanz

In der Regel erfahren wir Menschen Nähe als Geborgenheit und Verlässlichkeit, fühlen uns zu zweit. Und zugleich erleben wir Distanz als Abstand vom anderen und als notwendigen Freiraum. Wir fühlen uns stark und autonom.
Im zwischenmenschlichen Miteinander müssen Nähe und Distanz demnach immer in Balance sein.
Das ist Aufgabe und Übung! Zuviel Nähe verführt zu Enge und zu klammernden Beziehungen. Oft dann, wenn etwa einem Klienten zuviel über das eigene Privatleben offenbart wird. Dadurch entsteht das Gefühl einer Freundschaft entsteht.
Distanz wiederum zum nebeneinanderher Leben, Gleichgültigkeit und zur Unachtsamkeit.

Beziehungsaufbau für ein gutes Miteinander

In der Pflege ist es oft notwendig Schutzräume zu überwinden, um gute und respektvolle Pflege zu gewährleisten.
Intimbereiche, sowie der persönliche sichere Raum ( eine Armlänge ) werden oft unterschritten und auch in Zeiten von Corona nicht eingehalten. Dies geschieht, da sonst keine Pflege am Menschen möglich wäre.

Für diese Überschreitungen muss eine Beziehung aufgebaut werden das Vertrauen erarbeitet werden. Hierbei ist es unbedingt notwendig Distanz zu wahren. Der Umgang zwischen PflegerInnen und Kunden/Patienten sollte immer professionell, ehrlich und freundlich sein. Es dürfen eigene Erfahrungen, Geschichten und Berichte eingebracht werden, um leichter Zugang zu bekommen und dem Patienten das Gefühl zu geben sein Gegenüber kennen zu lernen. Jedoch sollte der Inhalt ausgewählt und beschränkt auf Positives und für den Zuhörer Interessantes sein. Natürlich ist es erforderlich in erster Linie ehrlich zu sein, keiner hat etwas von einem Gute-Mine-Vorspielen. Sagen sie offen und ehrlich, dass Sie einen schlechten Tag haben, privat ein Problem an dem sie arbeiten, aber werden sie nicht zu konkret und versuchen sie belastende Informationen für sich zu behalten. Zeigen sie Interesse, befassen sie sich mit dem Tagesgeschehen und versuchen sie egal wie kurz der Pflegetermin ist eine wertvolle Konversation zu führen. Sie können diese über Wochen fortführen und so Dankbarkeit und eine ehrliche Beziehung entwickeln.

Distanz ist nicht negativ

Damit sollte die Nähe auch ihre Grenzen haben. Private Treffen, Hilfestellung oder der Austausch der privaten Daten wie Handy/ Telefonnummern und Adressen sind nicht förderlich. Zum einen wird schnell von allen Kollegen erwartet diese zusätzlichen Leistungen weiterzuführen und zum anderen entsteht eine ungesunde Nähe und Verantwortlichkeit.
Wenn Sie sich emotional stark an einen Patienten binden, leiden Sie bei Verlust und Misserfolg und bringen sich damit selber in die Gefahr, zusätzlichen psychischen Stress zu erleiden.

Privates sollte privat bleiben

Oft stellen wir uns selbst vor das Problem, eine zu innige Beziehung einzugehen, einfach weil es menschlich ist. Jedoch ist der Unterschied zwischen Arbeit und Privatleben in jedem Fall einzuhalten. Sie schützen nicht nur den zu pflegenden Menschen, sondern auch sich selbst. Manchmal kommt es vor, dass aus privaten oder gesundheitlichen Gründen der Arbeitsplatz gewechselt werden muss. In diesem Fall ist es für Sie und Ihren Patienten äußerst schwer, mit dieser Situation umzugehen, wenn eine zu starke und persönliche Bindung besteht. Sie können einen guten oder sogar noch besseren Jon machen, wenn Sie sich Ihr Privatleben beibehalten und mit professioneller Balance zwischen Nähe und Distanz agieren.

Wir sind dankbar für Ihre Arbeit in der Pflege

Das Team vom Pflegedienst Cura ist Ihnen von Herzen dankbar für Ihr Interesse und Ihre Arbeit in der Pflege. Wir hoffen, dass Ihnen der Beitrag „Nähe und Distanz – Tipps in der Pflege“ gefallen hat und Sie auf Ihrem Weg ein kleines Stück vorangebracht hat.